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Stadt plant ohne Konzept
20.05.2011
Die von der Stadtverwaltung vorgestellten Bebauungspläne für die „Nördliche Steingasse“ und die Bonnstraße zeigen ein phantasieloses und einseitiges Vorgehen. Vorgesehen wird nur der Bau von Einfamilienhäusern. Der Bau von Mehrfamilienhäusern für Bevölkerungsgruppen, die sich kein Haus leisten können oder wollen, ist nicht beabsichtigt. Dies ist auch ein sozialpolitisch bedenkliches Vorgehen. Gerade wenn man durch ein zusätzliches Angebot an Bauland die Bevölkerungszahlen der Stadt Brühl stabilisieren möchte, ist eine solch einseitige Planung nicht zielführend.
Franziska Grafe (Sprecherin der SPD im PSTA): „Große Phantasie beweisen die Stadtverwaltung und der Bürgermeister, wenn sie sich bei ihren Planungen auf ein Wohnbauflächenkonzept berufen, welches noch gar nicht existiert. Ein umfassendes Konzept muss eine leistungsfähige Verkehrsplanung und ein geeignetes Angebot von Kindertagesstätten und Schulen enthalten.“
Gegen den Bebauungsplan Steingasse und die damit verbundene Verkehrsbelastung erheben ganz aktuell die Anwohner Einspruch im Rahmen der Bürgerbeteiligung. SPD und Grüne hatten eine andere Verkehrsführung beantragt, die jedoch vom Bürgermeister und der Ratsmehrheit abgelehnt wurde.

Zudem sind die Pläne für die „Nördliche Steingasse“ ökologisch äußerst fragwürdig. Die Böden des Planungsgebietes werden als „besonders schutzwürdig“ eingestuft. Die Vegetationsstrukturen von Ackerland, Obstbaufläche, Brache und zweier Gehölzreihen würden verloren gehen.
So beweist sich leider zum wiederholten Male, dass die CDU geführte Stadtverwaltung nur den kapitalmaximierenden Vorstellungen von Investoren folgt, ohne deren tatsächlichen Nutzen für die Bürger Brühl zu überprüfen.

Auch beim Verkauf nicht mehr genutzter Immobilien geht die Stadt konzeptionslos vor. So sind auch im Haushaltsentwurf 2011/12 wieder mehrere Häuser genannt, die von der Stadt nicht mehr genutzt werden sollen. Dazu gehören die Villa Kaufmann am Volkspark (die Pfadfinder wurden mit hohen Kosten nach Heide verlagert) oder die „alte Kellnerei“ (Burgstraße/Bahnhofstraße) sowie das ehemalige Max-Ernst-Kabinett.
Es ist unverständlich warum die Immobilien in attraktiver Lage keine Käufer finden!