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Zukunft Schule
19.04.2010
podium_kopiePodiumsdiskussion der SPD Brühl mit Helge Herrwegen und Jochen Ott

Wir brauchen endlich einen radikalen Wandel unseres Schulsystems, in dem der Bildungserfolg eines Kindes durch seine soziale Herkunft bestimmt wird“. So eröffnete Peter Klein, der Sprecher der SPD-Fraktion im Brühler Schulausschuss, die Podiumsdiskussion „Zukunft Schule – wie schaffen wir mehr Chancengerechtigkeit“. Selbst Lehrer an einer Ganztagshauptschule, verwies er insbesondere auf die schlechten Chancen der Hauptschüler auf dem Arbeitsmarkt und die fehlende Akzeptanz dieser Schulform bei Eltern, Arbeitgebern und Gesellschaft.
Zur der Veranstaltung hatte die SPD Brühl interessierte Bürger und die Elternvertreter aller Brühler Schulen eingeladen. Weitere Teilnehmer auf dem Podium waren Wilfried Blanke, Vorsitzender des Schulsausschusses, SPD-Landtagskandidat und Gewerkschaftssekretär Helge Herrwegen und Jochen Ott, Gesamtschullehrer, stellvertretender Landesvorsitzender der NRW-SPD und Leiter der Projektgruppe „Beste Bildung".
zukunft_schule_1Blanke machte Eingangs auf das Problem der 120 Ablehnung an der Brühler Gesamtschule aufmerksam. Diese Tatsache, so Blanke, sei ein deutlicher Beweis für die Attraktivität dieser Schulform in der Region. Aufgrund des von der CDU/FDP-Landesregierung eingeführten Turbo-Abiturs versuchten zudem immer mehr Eltern, ihre Kinder vom Gymnasium auf die Gesamtschule zu überführen, die das Abitur auch weiterhin nach 13 Jahren ermöglicht.
Im letzten Schulausschuss hatte die SPD den Bürgermeister aufgefordert nach Lösungen zu suchen, die in einer Erweiterung der Gesamtschule oder der Kooperation mit Nachbarkommunen liegen könnten. Für den Zeitraum nach der Landtagswahl kündigte die SPD Brühl an, im Rahmen einer weiteren Veranstaltung, gemeinsam mit anderen Gruppen und Parteien nach raschen Lösungen zu suchen.

Jochen Ott ging anschließend auf die Ziele der NRWSPD im Landtagswahlkampf ein. Er stellte fest, dass der Lerndruck auf die Kinder weiter zunehme. Eltern müssten sich bereits nach der zweiten Klasse damit auseinandersetzen, wie ihr Kind bestmöglich gefördert wird, um eine Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen. Dies sei ein Zustand, der durch Maßnahmen wie ein längeres gemeinsames Lernen, frühe und gezielte Förderung, die Abschaffung der Kopfnoten oder die Abkehr vom Turbo-Abitur entschärft werden müsse. Der Polemik von schwarz-gelb gegen die Gemeinschaftsschule setzte Ott entgegen, dass auch die Grundschule eine Gemeinschaftsschule sei. Hier zeige sich, dass dieses Modell bereits erfolgreich funktioniere. Schulschließungen werde es jedoch nicht geben und ein Umbau des Schulsystems werde nur im Einklang mit den Eltern vollzogen.

Helge Herrwegen hob hervor, dass die SPD seit jeher für gleiche Aufstiegschancen für jedes Kind stehe. Zudem müsse auch in Schulen das Prinzip der Mitbestimmung, für das er als Gewerkschaftssekretär in Betrieben kämpft, wieder stärker gefördert werden, beispielsweise durch die Wiedereinführung der Drittelparität, durch die auch Schüler in der Schulkonferenz gleichberechtigt an Entscheidungen beteiligt werden.

Abschließend betonte Herrwegen noch einmal die bundespolitische Bedeutung der bevorstehenden Wahl. Kippt die CDU/FDP-Mehrheit im Bundesrat, so Herrwegen, könne die Regierung zum Beispiel auch die un-soziale Kopfpauschale nicht mehr durchsetzen. (Pa/ Kl)