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Erneut 120 Ablehnungen bei der Gesamtschule
21.03.2010
erfolgreich_trotz_protest_gesamtschuleWie in den vorangegangenen Jahren musste die Brühler Gesamtschule mehr als die Hälfte der Bewerbungen für die 5. Klasse ablehnen. Durch das gesetzlich vorgeschriebene Losverfahren ist der Anteil der Brühler Schülerinnen und Schüler auf 50 % gesunken. Ebenso viele Bewerbungen aus den Städten Wesseling und Hürth kamen zum Zuge. In der Schulausschusssitzung am 23. März fordert die Brühler SPD-Fraktion den Bürgermeister auf, einen Vorschlag zu entwickeln, wie das Problem der abgewiesenen Anmeldungen zur Gesamtschule gelöst werden kann.
Hinzu kommen die drastisch zurückgehenden Anmeldezahlen der Clemens-August-Hauptschule. Die SPD-Fraktion ist nicht bereit, die massive Missachtung des Elternwillens bei der Suche nach einer geeigneten weiterführenden Schule hinzunehmen.

Auch in vielen anderen Städten ist diese dramatische Entwicklung zu beobachten – allein in Köln sind 10 Hauptschulen in ihrem Bestand gefährdet. Die Nordrheinwestfälische Landesregierung hält als einzige an dem strikten Kurs zur Erhaltung des dreigliedrigen Schulsys-tems fest. Sogar in Bayern und Hessen sucht man durch flexible Regelungen auf den Bedarf nach längerem gemeinsamen Lernen zu reagieren.

Umso erstaunlicher ist die Antwort des Bürgermeisters und der Verwaltung, die die ange-sprochene Veränderung des Elternwillens leugnet – nach dem Motto „Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen!“
So sieht zwar der Schulentwicklungsplan eine weitere Dreizügigkeit der Hauptschule vor, im Schuljahr 2009/10 konnten jedoch nur 2 Klassen gebildet werden, die neuen Zahlen liegen vor, wurden aber noch nicht bekannt gegeben. Allein um die Clemens-August-Schule als pädagogische Einrichtung zu erhalten, muss unter Einbeziehung aller Beteiligten über neue Wege der Schulentwicklung nachgedacht werden.

Dabei ist an ein neues Gesamtschulangebot in Wesseling oder Hürth oder über Umwandlung und Ver-bund Brühler Schulen zu denken. Bewusst schlägt die SPD-Fraktion keine „Patentlösung“ vor, sondern fordert den Bürgermeister auf, Lösungen im Gespräch mit den Betroffenen und den Nachbarstädten zu suchen. Offenbar wird dies aber mit wenig schlüssigen Argumenten abgelehnt. So werden weiterhin Brühler Schülerinnen und Schüler trotz entsprechender Qualifikation nicht die gewünschte Schule besuchen können.